Universität Wuppertal
Note: 1,3
Preis Komplettarbeit: 89,90 € (inkl. MwSt.)
Preis Literaturverzeichnis: 13,90 € (inkl. MwSt.)
Abgabedatum: 05.08.2002
Zusammenfassung: Die vorliegende Arbeit wird dem Ziel gerecht, einen durchdringenden Einblick in die Funktionsweisen der angloamerikanischen Bauwirtschaft zu gewähren und insbesondere ausführlich die Mechanismen der Zusammenarbeit der dortigen General- und Nachunternehmern aufzuzeigen.
Zunächst werden die determinierenden Randbedingungen und aktuellen Kenndaten der angloamerikanischen Bauwirtschaft dargelegt. Daran anschließend werden die Baubeteiligten erschöpfend vorgestellt und hinsichtlich ihrer Tätigkeiten charakterisiert. Vor diesem Hintergrund werden die rechtlichen und vertraglichen Wechselbeziehungen inklusive der häufig verwendeten angloamerikanischen Standardverträge vorgestellt. Darüber hinaus werden die üblichen Vergabeformen von Bauleistungen erläutert. Dabei werden sowohl die in der Praxis gebräuchlichen Submissionsverfahren beschrieben, als auch die aufkommenden Interessenkonflikte angesprochen. Darauf basierend werden die resultierenden Folgen verdeutlicht und Möglichkeiten der Konfliktlösung vorgestellt.
Generell werden in dieser Arbeit stets die Unterschiede als auch die Parallelen zu den bekannten deutschen Verhältnissen aufgezeigt, um auf diese Weise zum Verständnis der Sachlage beizutragen und Anhaltspunkte für Optimierungspotenziale nach angloamerikanischem Vorbild zu benennen.
1 Einleitung
1.1 Bedeutung des Themas und Einordnung in den übergeordneten Kontext
Seit Mitte der neunziger Jahre befindet sich die deutsche Bauwirtschaft in einer Rezession, deren Ende zur Zeit nicht absehbar zu sein scheint. Die momentane Situation wird im allgemeinen als pessimistisch und desolat angesehen. Die Finanzknappheit der Bauherren, die Osterweiterung des überregionalen Baumarktes und der zunehmende Konkurrenzdruck auf dem heftig umkämpften Baumarkt zwingt sowohl Planer als auch die ausführenden Unternehmen oftmals zur Akquisition von Aufträgen mit Hilfe von Angeboten, die nicht einmal zur Deckung der Fixkosten ausreichen.
Obwohl auf ausländischen Baumärkten ähnliche Situationen zu finden sind zeigen Studien, dass besonders in Deutschland das Bauen vergleichsweise teuer ist . Funktionale Ausschreibung, Schlüsselfertigbau und die Nachfrage nach kompletten Baudienstleistungen sind zwar noch nicht ausschließlich marktbestimmend, bedingen aber heutzutage immer öfter die Involvierung von Hauptunternehmern in das Baugeschehen.
Im Hinblick auf die Zusammenarbeit von General- und Nachunternehmern und ein möglicherweise nutzbares Optimierungspotenzial, welches durch ein verbessertes Miteinander freigesetzt werden könnte, wurden in der Vergangenheit in Deutschland nur wenige Untersuchungen durchgeführt. Ein Grund dafür ist in der konträren Position der beiden Baubeteiligten zu sehen, das durch Misstrauen und Preisdruck gekennzeichnet ist.
Die Beschaffung von zuverlässigen Informationen gestaltet sich somit als sehr kompliziert, weil beide Baubeteiligten befürchten, dass vertrauliche und wettbewerbsfördernde Informationen nach außen getragen werden könnten. Im angloamerikanischen Raum hingegen sind trotz der forschungswidrigen Umstände, die diese Thematik mit sich bringt, Versuche unternommen worden, um das Verhältnis zwischen General- und Nachunternehmern zu beleuchten und vermutete Optimierungspotenziale aufzudecken.
1.2 Begründung der thematischen Abgrenzung
Großbritannien und die USA wurden bewusst als Repräsentanten für ausländische Baumärkte gewählt. Zum einen leistet die Baubranche in diesen Ländern ebenso wie in Deutschland einen wesentlichen Beitrag an dem Ergebnis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Zum anderen darf angenommen werden, dass aufgrund der Zugehörigkeit zum westlichen Kulturkreis durchaus eine gewisse Vergleichbarkeit und u.U. eine Übertragbarkeit auf die deutsche Bauwirtschaft hinsichtlich der Planung und Abwicklung von Bauprojekten gegeben ist.
In dieser Arbeit wird auf eine explizite Differenzierung zwischen dem britischen und dem amerikanischen Baumarkt verzichtet, weil die verwendeten Begriffe und die grundlegende Charakterisierung der Zusammenarbeit von General- und Nachunternehmer nur geringe Unterschiede aufweisen und größtenteils auf identischen Grundlagen basieren. Die prägenden Unterschiede werden an den entsprechenden Textpassagen betont hervorgehoben.
Die Verwendung der englischen Fachterminologie wird durch die Thematik dieser Arbeit begründet. Es soll vermieden werden, dass für ein und dieselbe Sache oder Personengruppe unterschiedliche Formulierung unter sonst gleichen Bedingungen entstehen. Daher wird auf eine Übersetzung verzichtet, wenn keine allgemein anerkannte deutsche Begriffsdefinition für einen englischen oder amerikanischen Ausdruck existent ist. Außerdem wird in der vorliegenden Ausarbeitung bereits durch die sowohl verwendete deutsche als auch englische Sprache ersichtlich, ob im speziellen der deutsche oder angloamerikanische Baumarkt angesprochen wird.
Um den zeitlichen Rahmen der Diplomarbeit nicht zu sprengen, wird sich der Verfasser auf das Sichten, Sortieren und kritische Bewerten der aktuell vorhandenen Fachliteratur beschränken. Eine eigene empirische Erhebung erscheint angesichts der bereits durchgeführten Befragungen von Generalunternehmern und Nachunternehmern auf den jeweiligen heimischen Baumärkten nicht sinnvoll und wird daher nicht vorgenommen. Statt dessen werden die Ergebnisse aus der heutigen Sicht und mit der Möglichkeit des daraus resultierenden erweiterten Horizontes deskriptiv und kritisch einander gegenüber gestellt, woraus sich die Grundlage für eigene weiterführende Schlussfolgerungen ergibt.
1.3 Ziele und Gliederung
Die vorliegende Arbeit wird dem Ziel gerecht, eine aktuelle Übersicht über die gemeinsame Bautätigkeit von Generalunternehmern und den von ihnen beauftragten Nachunternehmern des angloamerikanischen Baumarktes zu bieten. Zudem wird ausführlich auf die grundsätzlichen Mechanismen der Zusammenarbeit eingegangen. Zu nennen seien z.B. die Beziehungen der Baubeteiligten zueinander sowie die vertraglichen Rahmenwerke der angloamerikanischen Bauwirtschaft. Es werden sowohl Unterschiede als auch Parallelen zu den bekannten deutschen Verhältnissen aufgezeigt, um auf diese Weise zum Verständnis der Sachlage beizutragen und Missverständnissen vorzubeugen.
Im Anschluss an diese einleitenden Worte des ersten Kapitels widmet sich das zweite Kapitel der angloamerikanische Volkswirtschaften im Groben und der Bauwirtschaft im Besonderen. Neben den determinierenden Randbedingungen des Baumarktes werden darüber hinaus aktuelle Kenndaten der Bauwirtschaft angeführt und in Relation zu den Entwicklungen gesetzt, so dass abschließend der Strukturwandel und die Stellung der General- bzw. Nachunternehmer in der Baubranche dargestellt werden können.
Grundlegende Zusammenhänge bezüglich der rechtlichen und vertraglichen Wechselbeziehungen von angloamerikanischen Baubeteiligten werden in Kapitel drei aufgezeigt. Die Baubeteiligten mit Schwerpunkt auf den bauausführenden General- und Nachunternehmer werden erschöpfend vorgestellt und hinsichtlich ihrer Tätigkeiten charakterisiert. Darüber hinaus werden die Vergabeformen von Bauleistungen und die zur Anwendung kommenden Vertragsarten inklusive der häufig verwendeten Standardverträge vorgestellt.
Kapitel vier wird die Geschäftsbeziehungen der General- und Nachunternehmer ausführlich explizieren. Dabei werden sowohl die in der Praxis gebräuchlichen Submissionsverfahren erläutert als auch die gewichtigsten Interessenkonflikte angesprochen. Darüber hinaus werden die resultierenden Folgen verdeutlicht und Möglichkeiten der Konfliktlösung vorgestellt.
Abgeschlossen wird die vorliegende Ausarbeitung durch einen Ausblick auf sich abzeichnende Veränderungen des Baugeschehens und wünschenswerten weiterführende Untersuchungen.